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Mehrscheiben-Isolierglas
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Mehrscheiben-Isolierglas (MIG), auch als WĂ€rmedĂ€mmverglasung oder Isolierverglasung bezeichnet, ist ein aus mindestens zwei Glasscheiben zusammengesetztes Bauelement fĂŒr Fenster und andere Verglasungen. Zwischen den Scheiben befindet sich ein Hohlraum, der gas- und feuchtigkeitsdicht verschlossen ist und der Schall- und WĂ€rmedĂ€mmung dient. VorlĂ€ufer waren die Doppelverglasung ohne Luftabschluss, das Verbundfenster und die doppelte Einzelverglasung beim Kasten- oder beim Winterfenster.

Isolierglas wird als WĂ€rmeschutzglas bzw. WĂ€rmeschutzverglasung, seltener WĂ€rmedĂ€mmglas bezeichnet, wenn eine Beschichtung einer der Scheiben vorliegt, die den Durchgang der WĂ€rmestrahlung durch das Fenster vermindert.cite-ref-1[1] Zur Minderung des WĂ€rmeverlustes wird meist die Außenseite der inneren Scheibe beschichtet. Im Handel kommt auch die Bezeichnung Klimaschutzglas vor. Thermoglas bezeichnet hĂ€ufig doppelwandige GefĂ€ĂŸe, insbesondere TrinkglĂ€ser.

WÀrmedÀmmglÀser mit besonderen Eigenschaften werden auch als Sonnenschutzglas, Sichtschutzglas, Einbruchschutzglas oder Schallschutzglas angeboten.cite-ref-2[2]

Stand der Technik (2017) sind in Deutschland Dreifachverglasungen mit einem Ug-Wert von etwa 0,6 W/(mÂČ·K) bis 0,8 W/(mÂČ·K) und wĂ€rmetechnisch verbessertem Randverbund (Warme Kante). Nachdem Dreischeibenverglasungen mit dem teueren Xenongas unwirtschaftlich wurden, werden nunmehr im Bereich des Niedrigenergie- und Passivhausbaues auch VierscheibenglĂ€ser mit Ug-Werten um 0,4 W/(mÂČ·K) eingesetzt.
[Grobe Faustregel: Eine Verringerung des U-Wertes um 0,1 W/(mÂČ·K) erspart etwa 1,1 l Heizöl je mÂČ und Heizperiode, falls die Heizgradtagzahl bei 3600 liegt (Durchschnittswert Deutschland fĂŒr BestandsgebĂ€ude) und die Ölheizung 75 % Wirkungsgrad aufweist.]cite-ref-3[3]

Als SonderausfĂŒhrung können dĂŒnnere Innenscheiben zur Gewichtsreduzierung (eine ĂŒbliche Dreifachverglasung mit 4 mm dicken GlĂ€sern wiegt 30 kg/mÂČ), integrierte Photovoltaik-Elemente oder eine elektrisch variierbare Licht- und StrahlungsdurchlĂ€ssigkeit (Intelligentes Glas) vorgesehen werden. Mit dĂŒnnen Glasscheiben können auch bessere WĂ€rmedĂ€mmwerte erzielt werden. Zur Verringerung der Bruchgefahr werden DĂŒnnglasscheiben bevorzugt aus vorgespanntem Glas gefertigt. Bei einer Lichttransmission von 71 % wiegt der Elementaufbau mit einer Ă€ußeren 4 mm Floatglasscheibe, einer 2 mm Mittelscheibe und einer inneren 3 mm Floatscheibe 22,5 kg/mÂČ und hat einen Ug-Wert von 0,6 W/(mÂČ·K).cite-ref-4[4]

Contents

‱ Randverbund
‱ Varianten
‱ Schallschutz
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland

Von 1950 bis 1978 wurden in der BRD neben Mehrscheiben-IsolierglÀsern noch einfachverglaste Fenster sowie Kasten- und Verbundfenster mit zwei Einzelscheiben eingebaut.cite-ref-energiesparfenster-5-0[5]

In den ersten Jahrzehnten seit Aufkommen von Mehrscheiben-Isolierglas (1950er bis 1970er Jahre) hatte die Marke Thermopane im deutschen Sprachraum eine große Verbreitung. Der Name wurde zeitweilig zum Synonym fĂŒr Zweischeiben-Isolierglas.

Mit der WĂ€rmeschutzverordnung (WSchVO) 1977 wurde die Verwendung von Einfachverglasung fĂŒr WohngebĂ€ude ab 1978 unzulĂ€ssig. (Zweischeiben-)Isolierverglasung wurde typischerweise in der Zeit von 1965 bis 1994 eingebaut.cite-ref-6[6] Ab 1995 setzte sich beschichtetes WĂ€rmedĂ€mmglas (Low-E) und die BefĂŒllung mit thermisch isolierenden Gasen (Argon, Krypton oder Xenon) als Standard durch. Inzwischen wird fĂŒr neue Fenster in Deutschland mehrheitlich Dreifach-WĂ€rmedĂ€mmglas produziert und eingesetzt, auch Vierfach-Verglasungen kommen vereinzelt zum Einsatz.

Die auf der harmonisierten Produktnorm DIN EN 1279 basierende europaweite CE-Kennzeichnung von Isolierglas hat 2007 die frĂŒher in Deutschland gĂŒltige nationale Norm DIN 1286 abgelöst. Die GĂŒtegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas stellt zusĂ€tzliche, ĂŒber diese Produktnorm hinausgehende Anforderungen an das Mehrscheiben-Isolierglas sowie an die GĂŒte und Eigenschaften der Vorprodukte. Ähnliche AktivitĂ€ten zur QualitĂ€tssicherung gibt es in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern, wobei auf Grund der unterschiedlichen klimatischen Anforderungen teilweise sehr unterschiedliche Standards angesetzt werden.

Die mit 3,04 × 19,21 m weltweit grĂ¶ĂŸten WĂ€rmedĂ€mmglasscheiben wurden 2020 im bayerischen Langenneufnach bei Augsburg verbaut. Eine GrĂ¶ĂŸe von 3,6 × 20 m könnte vom Hersteller Sedak gefertigt werden.cite-ref-7[7]

Wirkungsweise und Aufbau

In gemĂ€ĂŸigten und kalten Klimazonen werden Mehrscheiben-Isolierverglasungen eingesetzt, um die zur GebĂ€udeheizung eingesetzte Energie zu reduzieren. In heißen LĂ€ndern lĂ€sst sich mit fast baugleichen Verglasungen der Energieaufwand zur GebĂ€udekĂŒhlung durch Klimaanlagen reduzieren.

Der Randverbund zwischen den Glasscheiben hat mehrere Aufgaben:

‱ Er hĂ€lt die einzelnen Scheiben auf Distanz.
‱ Er verbindet die Scheiben elastisch, aber zug- und schubfest miteinander.
‱ Er versiegelt den Scheibenzwischenraum hermetisch.

Neben der DĂ€mmwirkung bewirkt Isolierglas einen Treibhauseffekt. Glasscheiben sind fĂŒr die eintreffende solare Strahlung durchlĂ€ssiger als fĂŒr die vom Rauminneren abgegebene infrarote WĂ€rmestrahlung. Die DurchlĂ€ssigkeit fĂŒr WĂ€rmestrahlung sinkt mit der Anzahl der Glasscheiben und kann durch auf das Glas aufgedampfte Metallschichten weiter gesenkt werden. Durch eine solche Beschichtung verschlechtert sich der mögliche solare WĂ€rmegewinn etwas, da diese den Energiedurchlassgrad (g-Wert) reduziert. In AbhĂ€ngigkeit vom WĂ€rmedĂ€mmwert (U-Wert), dem Energiedurchlassgrad und dem solaren Strahlungsangebot (Strahlungsgewinnkoeffizient) kann der Gesamt-WĂ€rmeverlust berechnet werden. In der Regel ist bei einer gĂŒnstigen Sonnenlage ein höherer g-Wert bei etwas schlechterem (höheren) U-Wert vorzuziehen. Bei geringem Angebot an Wintersonne ist die Bedeutung des U-Wertes weit höher als die des g-Wertes.

Die WÀrmeverluste einer Isolierglasscheibe werden hauptsÀchlich durch folgende Faktoren bestimmt:

‱ Anzahl und Dicke der ScheibenzwischenrĂ€ume sowie Art des FĂŒllgases.
‱ Anzahl der Glasscheiben und die Beschichtung der Glasscheiben zur Verminderung der Verluste durch WĂ€rmestrahlung (die Dicke der Glasscheiben hat so gut wie keinen Einfluss).
‱ WĂ€rmeleitfĂ€higkeit des Randverbundes und der Glashalteleisten (Einbausituation am Scheibenrand; siehe unten).
‱ Neigungswinkel der Isolierglasscheibe.cite-ref-8[8]
‱ Solares Strahlungsangebot (SĂŒd- oder Nordausrichtung, Grad der Beschattung, Sonnenscheindauer in der Heizperiode).

Scheibenzwischenraum und GasfĂŒllung

Der Scheibenzwischenraum (SZR) wurde anfangs mit Luft (WĂ€rmeleitfĂ€higkeit λ = 26 mW/(m·K)) gefĂŒllt. Enthaltene Luftfeuchtigkeit wurde durch Trockenmittel im Randverbund gebunden. Seit einigen Jahrzehnten werden jedoch Edelgase verwendet. Überwiegend wird Argon als FĂŒllgas eingesetzt (λ = 18 mW/(m·K)), seit einigen Jahren auch das teurere Krypton (λ = 9,5 mW/(m·K)), mit dem sich auch schmale ScheibenzwischenrĂ€ume mit guter DĂ€mmwirkung herstellen lassen. Selten wird das noch teurere Xenon (λ = 5,5 mW/(m·K)) verwendet.

Um die DĂ€mmwirkung einer Isolierglasscheibe zu maximieren, wird bei LuftfĂŒllung der Scheibenzwischenraum bis auf knapp ĂŒber 20 mm vergrĂ¶ĂŸert. Bei grĂ¶ĂŸerem Scheibenabstand beginnt das FĂŒllgas zu zirkulieren, so dass die WĂ€rme nicht nur durch WĂ€rmeleitung (Konduktion), sondern zusĂ€tzlich auch durch die Luftbewegung (Konvektion) ĂŒbertragen wird. Der optimale Scheibenabstand liegt bei Argon bei 14 bis 16 mm und bei Krypton bei 10 mm. Um die DĂ€mmwirkung noch weiter zu steigern, kann die WĂ€rmedĂ€mmverglasung um weitere Glasscheiben zur 3- und 4-fach Verglasung ergĂ€nzt werden.

Ein schmaler Scheibenzwischenraum enthÀlt ein geringeres Gasvolumen, wodurch sich die durch Temperaturwechsel auftretenden Spannungen im Randverbund reduzieren. Dies spielt bei 3- und 4-fach Scheibenaufbauten eine zunehmend wichtigere Rolle.cite-ref-9[9] In der Altbausanierung und im Denkmalschutz werden flache Isolierglasscheiben benötigt, um Sprossenfenster mit schmalen Profilen fertigen zu können.

Bei Schallschutz-Isolierverglasungen wurde ehemals Schwefelhexafluorid (SF6, λ = 13,5 mW/(m·K)) als FĂŒllgas eingesetzt. Zur kombinierten Schall- und WĂ€rmedĂ€mmung wurde ein Mischgas aus Argon und SF6 verwendet. SF6 wird inzwischen wegen des hohen Treibhauspotentials in Zentraleuropa nicht mehr verwendet. Der Schallschutz wird stattdessen durch stĂ€rkere Glasscheiben oder Verbundglasscheiben verbessert. Der Gasdruck im Scheibenzwischenraum entspricht im Regelfall dem Luftdruck am Produktionsort der Isolierglasscheibe, kann jedoch durch verschiedene Methoden und Hilfsmittel (Kapillarröhrchen, Miniventile) dem Luftdruck und den Temperaturen am spĂ€teren Einbauort angepasst werden, um mechanische Spannungen durch Ein- und Ausbauchungen der Glaseinheit zu reduzieren.

Der Höhenunterschied zwischen Produktions- und Einbauort darf (in AbhĂ€ngigkeit von der ScheibengrĂ¶ĂŸe) bei hermetisch versiegelten Systemen ohne Ausgleich bestimmte Werte nicht ĂŒberschreiten, da es sonst entweder zum Zeitpunkt der Produktion oder aber am spĂ€teren Einbauort zu einer erhöhten Belastung des Randverbundes und der Glasscheiben kommt. Bei Höhendifferenzen von mehr als 1000 Metern sind insbesondere bei ArgonfĂŒllungen spezielle Vorkehrungen zu treffen.

Allgemein gilt: Je grĂ¶ĂŸer der Scheibenzwischenraum, je kleiner die Scheibenformate und je steifer (dicker) die einzelnen Glasscheiben sind, desto grĂ¶ĂŸer ist das Risiko, dass sich die Lebensdauer des Randverbunds durch Druck- und Temperaturwechsel vermindert oder es zu Glasbruch kommt. Man spricht hier von der Klimalast, die in speziellen Nachweisverfahren ermittelt werden kann. Dies betrifft insbesondere Drei- und Vierfachverglasung, da fĂŒr die Klimalast die Summe der ScheibenzwischenrĂ€ume (SZR) maßgebend ist. FĂŒr eine ĂŒbliche Dreifachverglasung mit Argon (SZR = 2 × 12 mm) werden in der Literatur KantenlĂ€ngen unter 600 mm als problematisch erachtet. Bei einem SZR von 2 × 18 mm werden KantenlĂ€ngen von mindestens 900 mm empfohlen.cite-ref-10[10] Wenn bei kleineren Glaseinheiten trotz höherer Klimalast keine bedeutenden Abstriche am WĂ€rmedĂ€mmwert gemacht werden sollen, mĂŒssen die Scheibeneinheiten mit KryptonfĂŒllung (SZR = 2 × 8 mm) oder mit einer teuren XenonfĂŒllung (SZR = 2 × 6 mm) eingesetzt werden.

Randverbund

Der Randverbund hat die Aufgabe, die Glasscheiben in einem bestimmten Abstand mechanisch zusammenzuhalten und zu verhindern, dass die GasfĂŒllung entweicht und Umgebungsluft und Feuchtigkeit eindringen.

Zu Beginn der technischen Entwicklung des Zweifach-Isolierglases lötete man wie bei Bleiglasfenstern einen metallischen Abstandhalter zwischen den beiden Scheiben ein. Alternativ wurde der Glasrand wie bei Vakuum-Isolierglas erhitzt und gleichzeitig zu gekröpft, um den Rand der beiden Glasscheiben gasdicht miteinander zu verschmelzen. Bekannt waren diese geschweißten GlĂ€ser unter den Markennamen Gado und Sedo.

Seit Jahrzehnten ist ein 1959 von Alfred Arnold entwickelter zweistufig geklebter Randverbund ĂŒblich. Ein 6 bis 20 mm breites Profil aus Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff dient als Abstandhalter. FĂŒr eine rechteckige Scheibe werden entweder vier einzelne Profilleisten ĂŒber vorgefertigte Ecken miteinander verbunden oder ein durchgehendes Profil wird an den Ecken im rechten Winkel abgeknickt und an der Stoßstelle verschweißt oder verklebt. Der so entstehende Leisten-Rahmen wird zwischen die beiden Glasscheiben gelegt und mit diesen durch eine Schicht Polyisobutylencite-ref-11[11] oder Butylkautschukcite-ref-12[12] verklebt. Die heute vermehrt eingesetzten Abstandhalter aus Kunststoff erleichtern die vollautomatische Fertigung.

Das Material des Randprofils und das Polyisobutylen mĂŒssen den Randverbund gegenĂŒber FĂŒllgas, Umgebungsluft und Wasserdampf abdichten. Der Rahmen aus Abstandhalter-Profilen wird etwas kleiner gefertigt als die Glasscheiben, so dass nach dem Einkleben des Glashalters eine U-förmige Fuge zwischen den GlasrĂ€ndern verbleibt. Nach der BefĂŒllung des Scheibenzwischenraums mit Gas wird diese Fuge zwischen dem um etwa 3 mm eingerĂŒckten Abstandhalter und den ĂŒberstehenden Glaskanten mit pastösem Polyurethan, Silikon oder speziellen Polysulfiden gefĂŒllt.cite-ref-13[13]

Um die Dichtstoffe vor dem Einfluss von UV-Strahlung zu schĂŒtzen, verlangen Isolierglashersteller ĂŒblicherweise eine seitliche Überdeckung des Randverbunds durch Falz („Glaseinstand“) oder Glasleiste auf einer Breite von rund 14 mm (Stand 2014).cite-ref-14[14] Bei Fassadenelementen, die an dieser Stelle dem UV-Licht ausgesetzt sind, wird meist schwarzes Silikon statt Butyl, Polyurethan oder Polysulfid verwendet, das allerdings deutlich gasdurchlĂ€ssiger ist.

Problematisch sind UnvertrĂ€glichkeiten zwischen den Dichtstoffen, die zur Eindichtung der Isolierglasscheibe im Fensterrahmen oder als Dichtung der StĂ¶ĂŸe zwischen rahmenlos montierten Scheiben verwendet werden und dem Randverbund. Hier kann etwa eine Weichmacherwanderung oder ein Kontakt mit schĂ€dlichen Stoffen wie Ölen stattfinden. Auch können Wechselwirkungen zwischen dem Kunststoff der Verglasungs-Klötze und dem Randverbund auftreten, insbesondere, wenn die Klötze Styrolverbindungen enthalten. Es ist darauf zu achten, dass flĂŒssig eingebrachte Fugendichtungen wie Silikon nicht so tief eingebracht werden, dass sie in den hinteren Bereich nicht mehr abbinden. Um dies zu vermeiden, sollte die Fuge zunĂ€chst mit Vorlegeband gefĂŒllt werden.cite-ref-materialvertr-glichkeit-15-0[15]

Dem Randverbund kommt eine entscheidende Rolle fĂŒr die Funktion der Isolierglasscheibe zu. Eine minimale Diffusion von Gasen und Wasserdampf durch einen geklebten Randverbund ist allerdings nicht vermeidbar. Der WĂ€rmedĂ€mmwert verschlechtert sich aufgrund des langsam entweichenden FĂŒllgases geringfĂŒgig, aber kontinuierlich: die bindende Vorgabe fĂŒr Dichtstoffe liegt bei 90 % GasfĂŒllung bei maximal einem Prozent Gasverlust pro Jahr. Bei ordnungsgemĂ€ĂŸ gefertigten und versiegelten Systemen sind jedoch deutlich geringere Gasverluste festzustellen, so dass bei Isolierglas von einer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren ausgegangen werden kann.cite-ref-16[16] Damit die eindringende oder bei der Produktion bereits eingeschlossene Feuchtigkeit nicht sofort als Kondensat im Scheibenzwischenraum anfĂ€llt, wird im Abstandhalter ein Trocknungsmittel aus der Materialfamilie der Silicagele oder Molekularsiebe (Zeolithe) eingebracht. Erst wenn das Trocknungsmittel aufgebraucht ist, kann die Innenseite der Scheibe beschlagen. Eine Scheibe mit dauerhafter EintrĂŒbung wird auch als „blinde Scheibe“ bezeichnet.

Einfluss des Randverbunds auf den WĂ€rmedurchgangswiderstand

Siehe auch

:

Warme Kante

Der Randverbund verschlechtert die zu erzielende WĂ€rmedĂ€mmung einer gasgefĂŒllten Isolierglasscheibe deutlich. Der WĂ€rmedurchgangskoeffizient wird bei Isolierglas als Ug-Wert (g = glazing) angegeben und berĂŒcksichtigt dabei im Gegensatz zum Uw-Wert des ganzen Fensters (w=window) die Auswirkungen des Randverbunds zunĂ€chst nicht. Eine Zweifach-Isolierglasscheibe von 1 m × 1 m mit einem herkömmlichen Abstandhalter aus Aluminium (Psi-Wert: 0,068 W/(m·K) und einem Ug-Wert von 1,2 W/(mÂČ·K) hat bei Einbeziehung der Auswirkung des Randverbundes einen U-Wert von: (1 mÂČ Ă— 1,2 W/(mÂČ·K) + 4 m × 0,068 W/(m·K)) / 1 mÂČ = 1,5 W/(mÂČ·K)

Die BeeintrĂ€chtigung der WĂ€rmedĂ€mmung am Scheibenrand fĂŒhrt bei niedrigen Außentemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit der WohnrĂ€ume auch zum Kondensieren von Wasser am rauminneren Scheibenrand und zu Schimmelbildung am Dichtstoff. Durch den Einsatz eines thermisch verbesserten Randverbunds – die sogenannte „Warme Kante“ mit Psi-Werten von 0,03 W/(m·K) bis 0,05 W/(m·K) – fĂ€llt Kondensat je nach Psi-Wert und Raumfeuchte erst bei tieferen Außentemperaturen oder gar nicht mehr an.

WellenlĂ€ngenselektive Beschichtung („Low-E“)

Körper strahlen WĂ€rmeenergie ab. Dies wird als EmissivitĂ€t bezeichnet. Metalle weisen eine erheblich geringere EmissivitĂ€t als Glas im relevanten WellenlĂ€ngenbereich (Mittleres Infrarot ca. 2,5
10 ”m) auf (Prinzip Thermoskanne). Die Low-E-Beschichtung (vom englischen Wort Low Emissivity) ist eine auf Glas aufgebrachte dĂŒnne Metall- oder Metalloxidschicht, um die EmissivitĂ€t zu senken. Das so beschichtete Glas nennt man auch Low-E-Glas oder LE-Glas. Die Beschichtung eines Low-E-Glases muss möglichst transparent fĂŒr die eintreffende solare Strahlung sein, wodurch sich ein hoher Gesamtenergiedurchlassgrad und keine Verschiebungen des sichtbaren Lichtspektrums wie bei manchen Sonnenbrillen ergibt. Geeignet hierfĂŒr sind Schichten aus Silber, Kupfer oder Gold sowie Zinnoxid. Die hĂ€ufig eingesetzte Silberbeschichtung ist bei der low-E-Beschichtung in Oxidschichten eingebettet, wodurch sich Transmission und Haltbarkeit erhöhen. Gesamtschichtdicken von 70
180 nm sind gebrĂ€uchlich.cite-ref-17[17] (Anmerkung, die Silberschicht ist ca. 10 nm dick und reflektiert ca. 50 %. Sie muss durch die dielektrischen Schichten entspiegelt werden. Man kann eine geringere Transmission als Sonnenschutzglas verkaufen. Eine einzelne 180 nm dicke Silberschicht ist weitestgehend intransparent)

Das Prinzip der meist durch Sputtern oder pyrolytische Beschichtung (bei höheren Anforderungen an die mechanische BestĂ€ndigkeit) aufgebrachten Low-E-Beschichtung ist nicht an die Isolierglasscheibe gebunden. Auch bei einer Einfachverglasung wird dadurch der Ug-Wert reduziert. Bei Isolierglas wird die Low-E-Beschichtung in der Regel auf der raumseitigen Scheibe zum Scheibenzwischenraum hin aufgebracht. Über die Art der Beschichtung werden unter anderem auch der Gesamtenergiedurchlassgrad, der Lichttransmissionsgrad LT (prozentualer Anteil des durchgehenden Strahlungsbereichs von 380–780 nm), der Lichtreflexionsgrad (prozentualer Anteil des außenseitig reflektierten Strahlungsbereichs von 380–780 nm), der UV-Transmissionsgrad (prozentualer Anteil des durchgehenden Strahlungsbereichs von 280–380 nm) und der Farbwiedergabeindex Ra beeinflusst. Man kann so FunktionsglĂ€ser wie zum Beispiel Sonnenschutzglas oder verspiegeltes Glas herstellen.

Die Metallbeschichtung dĂ€mpft als Nebeneffekt auch Funkwellen. Im Frequenzbereich moderner Mobilfunktelefone wird eine DĂ€mpfung von bis zu 30 dB erreicht; das entspricht einer Abschirmung von bis zu 99,9 %. Inzwischen sind die meisten ZĂŒge mit metallbedampften Scheiben ausgestattet. Falls sie nicht schon mit sog. Intrain-Repeatern ausgestattet sind, die die Funksignale zwischen außen und innen angebrachten Antennen vermitteln, ist ein Internetzugang nur in unmittelbarer NĂ€he zu den Basisstationen möglich. Das Telefonieren unterliegt aufgrund der geringeren Bandbreite und der zum Teil niedrigeren Frequenzen weniger EinschrĂ€nkungen.

Varianten

Neben herkömmlichem Isolierglas gibt es auch spezielle Versionen, etwa Schallschutz-, Sonnenschutz- oder Sicherheits-Isolierglas (fĂŒr einbruchshemmende Fenster). Der technische Unterschied zwischen diesen und den herkömmlichen IsolierglĂ€sern besteht vor allem im jeweiligen Aufbau: Durch speziell beschichtete GlĂ€ser und unterschiedliche GasfĂŒllungen lassen sich wesentliche Vorteile erzielen.

Schallschutz

schalld-c3-a4mmungschalld-mmungschalld-c3-a4mpfungschalld-mpfung Schall kann wirkungsvoll durch Verwenden verschieden dicker Glasscheiben gedĂ€mmt werden. Wegen der verschiedenen Dicken haben die Scheiben voneinander abweichende Eigenresonanzen, in deren jeweiligem Bereich die SchalldĂ€mmung stark (pro Scheibe bis zu etwa 10 dB oder mehr) herabgesetzt ist. Diese Resonanzfrequenz (in Hz) errechnet man, indem man 12.000 durch die Glasdicke (in mm) teilt.cite-ref-18[18] Wenn verschieden dicke Scheiben in verschiedenen Frequenzbereichen, statt im gleichen, resonieren, wird verhindert, dass sich die „EinbrĂŒche“ in der SchalldĂ€mmkurve addieren. Bei Störschall mit viel tieffrequentem Schallanteil (z. B. Straßenschwerverkehr) spielt die verminderte SchalldĂ€mmung im Bereich der Eigenresonanzen der Glasscheiben eine untergeordnete Rolle, da diese bei Glasdicken bis 12 mm im vierstelligen Hertzbereich liegen. Die Frequenzen liegen damit deutlich oberhalb der des intensivsten Störschalls.

HierfĂŒr wurden spezielle technische Richtlinien entwickelt, die zum Beispiel als Grundlage fĂŒr stĂ€dtische Schallschutzfensterprogramme an stark befahrenen Straßen verwendet werden.cite-ref-19[19] Ein Schallschutzfensterprogramm gab es zum Beispiel in Köln 1990–2007 („Hinzu kommt, dass unter anderem aufgrund der in der Zwischenzeit gegebenen WĂ€rmeschutzanforderungen Fenster hĂ€ufig erneuert wurden und somit auch ein erhöhter LĂ€rmschutz bewirkt werden konnte.“)cite-ref-20[20] aber auch in MĂŒnchen und in Bremen. Im Allgemeinen wird die Schallschutzklasse IV (SchalldĂ€mmwert 40–44 dB entsprechend der VDI-Richtlinie 2719) empfohlen.cite-ref-21[21]

DĂŒnne Isolierverglasung

Insbesondere bei der Erneuerung der Fenster in historischen und denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€uden sollten Ansichtsbreite von FensterflĂŒgeln, Blendrahmen und Sprossen den ursprĂŒnglichen Fenstern in etwa entsprechen. FrĂŒher wurden die StĂ€rken der Profile zudem der GrĂ¶ĂŸe der FensterflĂŒgel und der Belastung angepasst, die sich aus der Öffnungsart und den verwendeten BeschlĂ€gen ergibt. Heutige Holzfenster werden durchgehend mit einem Standardprofil gefertigt, welches die doppelte Breite von filigranen historischen Profilen erreichen kann. Bei besonders kleinen Fenstern fĂŒhrt die Verwendung von Standardprofilen oftmals dazu, dass kaum noch FlĂ€che fĂŒr die Verglasung ĂŒbrig bleibt. Spezialisierte Betriebe bieten schmalere Fensterprofile speziell zum Einsatz in historischen Fassaden an. Aufgrund der heute ĂŒblichen Scheibenpakete von 24 bis 40 mm Dicke mĂŒssen die Fensterprofile jedoch so tief ausgefĂŒhrt werden, dass bei schrĂ€ger Ansicht des Fensters auch wieder der Eindruck sehr breiter FlĂŒgelprofile entsteht.

Abhilfe schaffen besonders dĂŒnne Isolierverglasungen. Das geringste Maß von rund 6 mm Dicke erreichen Doppelscheiben mit evakuiertem Hohlraum. Doppelverglaste IsolierglĂ€ser sind in SonderausfĂŒhrungen ab 8 mm Gesamtdicke erhĂ€ltlich (2-4-2, Glas-Zwischenraum-Glas in mm)cite-ref-22[22], wobei meist eine Dicke von 12 mm (3-6-3, Ug-Wert 1,4 W/(mÂČ·K)) verwendet wird. Oft ist es möglich, diese schmalen GlĂ€ser auch in bestehende historische FensterflĂŒgel einzusetzen, indem der Glasfalz (Kittfalz) breiter ausgefrĂ€st wird.cite-ref-23[23]

Bei der Neuanfertigung von Fenstern, die sich optisch dem historischen Vorbild annĂ€hern sollen, werden besonders schmale (Standard-)Profile mit der Bautiefe IV 58 angeboten, welche sich mit Dreifachverglasung ausrĂŒsten lassen. Verwendet werden beispielsweise 28 mm (3-10-2-10-3), 30 mm (3-10-4-10-3, Ug-Wert 0,8 W/(mÂČ·K))cite-ref-24[24] oder 31 mm (4-10-3-10-4) dicke WĂ€rmedĂ€mmglĂ€ser.

Um historischen Vorbildern mit mehreren Einzelscheiben nahe zu kommen, kann man des Weiteren einen Rahmen mit nur einer Scheibe und von außen und innen anklickbaren Verstrebungen verwenden, um so den visuellen Eindruck eines klassischen Fensterkreuzes nachzuahmen. Eine große Fensterscheibe ist preiswerter als mehrere kleine, hat weniger wĂ€rmeleitenden Rahmen und die Verstrebungen können zum Fensterputzen abgenommen werden.

Vakuum-Isolierglas

Siehe auch

:

VakuumwÀrmedÀmmung

Vakuum-Isolierglas (VIG) wurde 1989 erstmals in der UniversitĂ€t von Sydneycite-ref-25[25] hergestellt. 1996 begann Nippon Sheet Glass unter dem Markennamen Spacia mit der kommerziellen Produktion. 2013 wurde ein Ug-Wert von 0,7 W/(mÂČ·K) erreicht. Im nur etwa 0,2 mm breiten Scheibenzwischenraum (SZR) werden zur Stabilisierung gegen den Außendruck viele kleine, mehr oder weniger gut sichtbare Abstandshalter rasterartig aufgebracht. Die Abdichtung am Scheibenrand erfolgte durch einen eingelöteten Metallstreifen. Die dadurch stark verschlechterte WĂ€rmedĂ€mmung am Scheibenrand (hoher Psi-Wert) stellt eine WĂ€rmebrĂŒcke dar und begĂŒnstigt den Anfall von Tauwasser an den RĂ€ndern.

Auch aufgrund des hohen Preises wurden diese Scheiben nur fĂŒr besondere Anwendungen eingesetzt, etwa in denkmalgeschĂŒtzten Fenstern, deren Falztiefe meist nicht zum Einbau von gewöhnlichem Isolierglas ausreichtcite-ref-26[26]. Bei der ersten Generation waren noch Vakuum-Evakuierungsventile in der GlasflĂ€che erforderlich, um den Unterdruck zu erzeugen. Durch neue Produktionsmöglichkeiten sind diese mittlerweile entbehrlich.cite-ref-27[27] Auch sind die Abstandshalter im Scheibenzwischenraum auf ca. 0,5 Millimeter Durchmesser geschrumpft und behindern die Durchsicht kaum mehr.cite-ref-28[28] Weitere Vorteile sind guter Schallschutz, geringes Gewicht und geringe MaterialstĂ€rke. Die Produktion findet neben China, SĂŒdkorea und Taiwan inzwischen auch in Europa statt.cite-ref-29[29]

Einbau von WÀrmedÀmmglÀsern (Verglasung)

Siehe auch Hauptartikel: Fensterbau Verglasung

In der Regel wird Isolierglas in einen Rahmen so eingebaut, dass die Scheibe den tragenden Rahmen an keiner Stelle direkt berĂŒhrt und durch Verglasungsklötze ein Mindestabstand („Glasluft“) von 5 mmcite-ref-30[30] zwischen der Isolierglasscheibe und dem Rahmen (Glasfalzgrund) eingehalten wird.cite-ref-31[31] Der Glasfalzgrund ist zur Außenluft zu belĂŒften, um einen Dampfdruckausgleich zu ermöglichen. Eindringendes Sickerwasser muss ablaufen können. In Deutschland gelten fĂŒr den Einbau von Isolierglasscheiben die DIN 18545 und DIN 18361. Eine Verpflichtung zur Einhaltung dieser Normen besteht allerdings nicht.

Structural Glazing Glasfassaden können aus einer fast durchgehenden FlĂ€che von Isolierglasscheiben bestehen. Unterbrochen lediglich von den ScheibenstĂ¶ĂŸen, die mit einer Dichtungsmasse verklebt sind.

Wesentliche Verglasungssysteme beim Isolierglas:

Trockenverglasung
Die Fuge zwischen Isolierglasscheibe und Rahmen wird mit Profilen aus elastischem Kunststoff abgedichtet. Dabei können die Rahmenecken der Dichtprofile verschweißt oder nur gestoßen sein.
Direktverglasung
Die Isolierglasscheibe wird kraftschlĂŒssig in einen Rahmen eingeklebt, um eine mittragende Wirkung zu erzielen. Dadurch können die umgebenden Rahmenprofile schwĂ€cher (weniger tragfĂ€hig) ausgefĂŒhrt werden.
Direktverglasung wird auch als geklebte Scheibe bezeichnet und ist insbesondere beim Kunststofffenster anzutreffen. Sie ist nicht zu verwechseln mit Structural glazing.
Nassverglasung
Die Abdichtung der Fuge zwischen Isolierglasscheibe und Rahmen erfolgt durch Dichtungsmassen, die nach der Einbringung dauerelastisch aushÀrten, beispielsweise Silikon.
Einfachverglasungen werden immer noch ĂŒberwiegend mit dem traditionellen Fensterkitt aus Leinöl eingesetzt. Die meisten Isolierglasscheiben dĂŒrfen nicht mit Fensterkitt eingedichtet werden, da das Öl den Dichtmaterialien des Randverbunds schaden kann.
Nassverglasung ohne Vorlegeband
Vor dem Auftragen des Dichtstoffs wÀre nach der DIN 18545 bei der Nassverglasung ein mindestens drei Millimeter dickes Vorlegeband zwischen der GlasflÀche und dem Rahmenmaterial anzubringen. Bei der vorlegebandlosen Verglasungcite-ref-32[32] wird darauf verzichtet. Obwohl dies gÀngige Praxis ist, raten einige Isolierglashersteller davon ab.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]

SchÀden

Trotz millionenfacher Verwendung kommt es unter besonderen Bedingungen zu SchĂ€den an Isolierverglasungen, die in der Regel vom Versagen des Randverbundes herrĂŒhren.

Nach einem langen Zeitraum kann der Randverbund undicht werden. In den Scheibenzwischenraum diffundierender Wasserdampf lÀsst die Isolierverglasung 'blind' werden, wenn die auf das Glas aufgedampften Metallschichten korrodieren oder sich Kondensat bildet.

Bei sehr großen Fenstern muss besonderes Augenmerk auf die gleichmĂ€ĂŸige Verklotzung beider Glaskanten und Steifigkeit der UnterstĂŒtzung gelegt werden, um Spannungen im Glas zu vermeiden, die zu Undichtigkeit und Glasbruch fĂŒhren können.

Nachteilig ist die Entstehung eines Über- oder Unterdrucks im Scheibenzwischenraum, der zur Wölbung der Scheiben fĂŒhrt. Ab einem relativ zum Ort der Herstellung um 200 m niedriger oder 600 m höher liegenden Einbauort werden Maßnahmen zum Druckausgleich erforderlich. Es ist möglich, bereits bei der Produktion einen dem Einbauort angepassten Über- oder Unterdruck in den Scheibenzwischenraum einzubringen. Alternativ können die Scheiben am Einbauort einmalig entlĂŒftet oder mit permanenten BelĂŒftungsvorrichtungen (Kapillarröhrchen oder Ventilen) ausgestattet werden, die möglichst nicht zu einer VerdĂŒnnung des FĂŒllgases fĂŒhren.cite-ref-35[35]

Auch durch Sonneneinstrahlung erhöht sich der Druck im Scheibenzwischenraum. Bei großen Scheiben findet durch die Wölbung der Glasscheiben in der Regel eine ausreichende Druckentlastung statt. Bei kleineren Scheiben sowie bei dickem Glas entsteht im Zwischenraum ein höherer Druck, da sich diese weniger flexibel verformen. Auch mit der Breite des Scheibenzwischenraums vergrĂ¶ĂŸert sich der Überdruck, da ein umso grĂ¶ĂŸeres Luftvolumen von ErwĂ€rmung und Ausdehnung betroffen ist. Mit dem Druck erhöhen sich die auf das Glas wirkenden Spannungen und somit auch das Risiko von SchĂ€den an Glas und Randverbund (die mittlere(n) Scheibe(n) können bei der Betrachtung weitgehend ignoriert werden, die Ă€ußeren Scheiben verformen sich wie eine zweifach verglaste Scheibe mit entsprechend vergrĂ¶ĂŸertem Scheiben-Zwischenraum). Ebenso vergrĂ¶ĂŸert sich die Verformung der dĂŒnneren Scheibe, wenn die gegenĂŒberliegende Scheibe deutlich dicker und steifer ist.

Scheiben mit Drei- oder Vierfach-Verglasung sind besonders von DruckĂ€nderungen betroffen, da sie gewöhnlich ein grĂ¶ĂŸeres Luftvolumen einschließen.

Um SchĂ€den durch ErwĂ€rmung auszuschließen, wird bei Dreifachverglasung mit 4 mm dicken Scheiben und einem Scheibenzwischenraum von 2 × 12 mm (4/12/4/12/4) eine KantenlĂ€nge von wenigstens 60 cm empfohlen. Bei einer schalldĂ€mmenden Verglasung mit asymmetrischem Aufbau von 8/18/4/18/4 erhöht sich die minimale KantenlĂ€nge auf 1 m, wĂ€hrend sie bei einem frĂŒher ĂŒblichen 4/16/4 Aufbau nur 45 cm betrug. Kleinere Scheiben bedĂŒrfen eines verstĂ€rkten Randverbundes in Kombination mit thermisch vorgespannten Glasscheiben.cite-ref-36[36]

Literatur

‱ Hans-Dieter Hegner, Ingrid Vogler: Energieeinsparverordnung EnEV – fĂŒr die Praxis kommentiert: WĂ€rmeschutz 
. Ernst&Sohn, 2002, ISBN 3-433-01730-1. (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
‱ E. Baust, W. Fuchs: Praxishandbuch Dichtstoffe. 5. Auflage. HS Public Relations Verlag, DĂŒsseldorf 2004, OCLC 253945730.

Weblinks

Commons

: Mehrscheiben-Isolierglas

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ GĂŒtegemeinschaft Flachglas e. V. (GGF)
‱ Umfassende Informationsseite des IVD Industrieverband Dichtstoffe e. V.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ WĂ€rmeschutzverglasung. In: Baunetz Wissen. Abgerufen am 5. Juni 2023.
cite-note-22. ↑ Zur Geschichte des Isolierglases siehe M. Pröbster, GFF 10(2009)30 und ders., GFF 11(2009)42.
cite-note-33. ↑ INTERPANE – Gestalten mit Glas; 8. Auflage. – Kapitel 7 (S. 322) (Memento vom 2. November 2013 im Internet Archive). PDF-Dokument. Abgerufen am 4. Mai 2012.
cite-note-44. ↑ Leichteres 3-fach ISO (DĂŒnnglas). Abgerufen am 3. Dezember 2017.
cite-note-energiesparfenster-55. ↑ Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern – Aktualisierung September 2017 der Studie „Im neuen Licht: Energetische Modernisierung von alten Fenstern“ S. 3, Verband Fenster + Fassade (VFF) und Bundesverband Flachglas (BF) (PDF; 795 kB).
cite-note-66. ↑ Energieeinsparung an Fenstern und AußentĂŒren – Wissenswertes ĂŒber die Erneuerung von Fenstern und TĂŒren S. 3, Hessisches Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (PDF; 2,4 MB).
cite-note-77. ↑ Die grĂ¶ĂŸte Glasscheibe der Welt. In: ingenieurmagazin.com. Abgerufen am 30. November 2024.
cite-note-88. ↑ Michael Rossa: U-Werte geneigter Verglasungen. In: Baulinks.de. 18. Oktober 2010, abgerufen am 19. Januar 2014.
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cite-note-3535. ↑ Merkblatt Druckausgleich, Flachglas (Schweiz) AG
cite-note-3636. ↑ Franz Feldmeier: Klimalasten bei 3-fach Isolierglas, Labor fĂŒr thermische Bauphysik, Hochschule Rosenheim